English | Deutsch | Zhongwen

China Buchshop:

Mehr Bilder finden Sie bei Chinapix.de - melden Sie sich dort an und laden Sie Ihre eigenen Bilder in die Gallerie. Der Service ist kostenlos!

Eine Liste mit ausgewählten Videos aus China finden Sie bei China-Videos.de!

Neu: Zeichenwunsch - Mehr als 1000 Namen wurden ins chinesische übersetzt!

Die Webseiten von Info2China.com befinden sich im Moment im Aufbau. Neue Informationen und zusätzliche Features werden in kürze Online sein. Vielen Dank!

NEU BEI INFO2CHINA >> Videos aus China jetzt online!!!

 

Scramble for Africa

Am Sonntag, dem 5. November, ging das Gipfeltreffen zwischen der chinesischen Führung und zahlreichen afrikanischen Staats- und Regierungschefs in Peking zu Ende. Das Treffen stand unter dem Motto „Freundschaft, Frieden, Kooperation und Entwicklung“. Obwohl es auch Festakte und kulturelle Veranstaltungen gab, waren und Freundschaft und Frieden wohl eher Floskeln, viel mehr standen die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen China und Afrika im Vordergrund.

Der Wettlauf um Afrika ist längst in vollem Gange. Nach den USA und der früheren Kolonialmacht Frankreich ist China Afrikas drittgrößter Handelspartner, was natürlich so schnell wie möglich geändert werden muss, denn Chinesen streben grundsätzlich nur Platz 1 an und dieses Ziel soll durch verstärkte Bemühungen 2010 erreicht werden. Chinas Handelsvolumen mit Afrika wird wohl bereits dieses Jahr die 50 Milliarden-Dollar-Grenze überschreiten.

Zum Ende des Gipfeltreffens wurde ein Dreijahresplan unterzeichnet. Kredite in Höhe von fünf Milliarden Euro wurden afrikanischen Ländern gewährt und China beschloss, seine Entwicklungshilfe an Afrika bis 2009 zu verdoppeln. Handels- und Investitionsabkommen mit einem gesamten Volumen von 1,9 Milliarden wurden abgeschlossen. Zu den wichtigsten Gewinnen für Afrika gehört wohl der Import von Technologie und Chinas Zusage, verstärkt bei Infrastruktur und Versicherungen zu helfen.

Die chinesischen Intentionen hierbei sind eindeutig. China sieht in Afrika einen Handelspartner mit viel Potential und stößt unaufhaltsam auf den afrikanischen Markt vor. Afrika ist reich an Bodenschätzen und fossilen Energieträgern. Nicht zuletzt deswegen versucht China mit aller Kraft vermehrt Einfluss auf den schwarzen Kontinent zu nehmen und damit seinen immensen Energiehunger zu stillen.

Eigentlich alles schön und gut, doch natürlich gab es auch diesmal wieder international Kritik an die chinesische Regierung. An dieser Stelle würde ich am liebsten sagen können: „Ja ja, ihr seid doch alle nur neidisch!“ Doch das kann ich nicht, denn manche Kritik ist durchaus berechtigt.

Aber zuerst eine Kritik, die ich nicht ganz nachvollziehen kann: Manche befürchten eine neue Schuldenfalle für Afrika durch Chinas Krediten... Gut, ich bin zwar kein Ökonom, aber besteht diese Gefahr nicht immer, wenn man einen Kredit aufnimmt? Und vielleicht denke ich zu naiv und ich habe mich selber auch noch nie verschuldet, aber ich war stets der Überzeugung, dass wenn man das Geld gut investiert und hohe Gewinne einfährt, man in einer bestimmten Zeit die Schulen durchaus wieder tilgen kann. Außerdem haben die afrikanischen Länder diese Kredite dankend entgegengenommen, also sollten die schon selber wissen, was sie tun. Ist diese Kritik demnach nicht eher eine indirekte Behauptung, dass die afrikanischen Länder unfähig wären, mit dem Geld vernünftig umzugehen?

Ein anderer Punkt, der kritisiert wurde und auch mir zu denken gibt, ist die Tatsache, dass China sich nicht davor scheut, des wirtschaftlichen Gewinns wegen auch repressive Regierungen zu unterstützen, die sich wenig um Menschenrechte und Umweltschutz scheren, wie z.B. den Sudan. Ich, der viel von der immer noch anherrschenden großen Armut und den Problemen in China gesehen und teilweise auch selbst erlebt hat, finde die Nichtinterventionspolitik Chinas nicht wirklich falsch oder gar unmoralisch. Man kann den Chinesen nicht übel nehmen, dass sie die Situation im eigenen Land erst in den Griff bekommen und sich nicht unnötig in Angelegenheiten anderer Ländern einmischen wollen. (Diese Politik ist übrigens nicht neu, die führten auch mal die USA in vergangenen Zeiten, was man heutzutage kaum glauben mag.) Doch ich finde, dass China langsam in die Position kommt, in der er auch Verantwortung übernehmen muss. Auch wenn die chinesische Regierung nicht aktiv was gegen solche repressive Regierungen und die Gewalt in solchen Ländern unternehmen will, sollte sie doch ganz die Finger davon lassen und sie nicht auch noch wirtschaftlich unterstützen. Ich würde es in dem Fall persönlich für angemessen und durchaus für möglich halten, wenn die chinesische Regierung Bedingungen gegenüber solchen Ländern stellen würden, wirtschaftliche Kooperation gegen mehr Gerechtigkeit und weniger Gewalt im Land. Mit weniger Unruhe würde das längerfristig auch das chinesische wirtschaftliche Engagement in diesen Ländern fördern.

Ich steigere mich, denn es gibt noch etwas, was ich wirklich gut an der chinesische-afrikanischen Wirtschaftsbeziehung finde. Und zwar ist es die Tatsache, dass die Chinesen den Afrikanern helfen, indem sie in den Kontinent investieren, Technologie in die Länder bringen und ihnen helfen immer mehr auf eigenen Beinen zu stehen. Natürlich denkt China auch an seinen eigenen Profit, doch das ist eine Win-Win-Situation. Die chinesischen Investitionen haben im vergangenen Jahr in Afrika einen Wirtschaftswachstum von 5% ermöglicht. Deshalb finde ich diesen Ansatz deutlich sinnvoller, als Milliarden Entwicklungshilfe in die Länder zu pumpen, die langfristig jedoch wenig Nutzen bringt und die Afrikaner dazu noch von den Geldspenden abhängig macht. Diese Art Entwicklungshilfe wird immer noch von den westlichen Ländern praktiziert. Doch auch sie beginnen langsam zu verstehen, dass es nicht für immer funktionieren kann, teils weil die Afrikaner es selber fordern und teils weil es Länder wie China gibt, die das vormachen.

In Deutschland wurde dem chinesisch-afrikanischen Gipfeltreffen relativ wenig Beachtung geschenkt, verständlich, schließlich ging es nicht um das eigene Land. In China war es jedoch ein Riesenthema. Das chinesische Fernsehen strahlte um und während der Zeit des Treffens viele Sendungen über Afrika selbst, die Menschen Afrikas und das Leben in Afrika aus. Das Interesse war groß und wer weiß, vielleicht löst das ja einen Touristenboom aus und Afrika erfährt bald eine Invasion durch chinesische Touristen.

In einer Deklaration des Gipfeltreffens hieß es: „Die strategische Partnerschaft neuen Typs zwischen China und Afrika beruht politisch auf Gleichberechtigung und gegenseitigem Vertrauen, wirtschaftlich auf Zusammenarbeit und gemeinsamen Gewinn und kulturell auf Austausch und gegenseitigem von einander Lernen.“ Nun, so soll es sein. Ob es auch wirklich so ist?

 

Autor: PanDa

Webseite(Blog): Chinesisch-Deutsch

 

Über Uns | Kontakt | Private Richtlinien | Impressum | ©2004 Info2China.com